veröffentlicht am 13.05.2026 11:29
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Interviews
Politik, Wirtschaft

„Erneuerbare sind kein ideologisches Projekt, sondern ökonomische Realität"

Für Luisa Neubauer ist die energiepolitische Transformation kein abstraktes Projekt, sondern eine existenzielle Notwendigkeit. Sie erklärt im Interview mit dem Fachportal neue energie, weshalb sich gerade jetzt entscheidet, ob Deutschland wirtschaftlich, gesellschaftlich und geopolitisch zukunftsfähig bleibt.
Klimaaktivistin: Luisa Neubauer sitzt in einer TV-Talk-Show und diskutiet.
© Foto: Von Barnos

neue energie: Sie waren kürzlich im Rahmen einer Expedition in der Antarktis unterwegs, Frau Neubauer. Hat diese Erfahrung Ihren Blick auf die Energiewende verändert?

Luisa Neubauer: Ja, absolut. Die Antarktis wirkt für viele Menschen weit weg, fast losgelöst von unserem Alltag. In Wahrheit hängt unser Leben unmittelbar von solchen Ökosystemen ab. Wenn man dort ist, sieht und hört man, wie Gletscher abbrechen. Das ist physisch spürbar. Man versteht auf einer ganz anderen Ebene, wie fragil unser System ist und wie sehr wir von Dingen abhängen, die wir im Alltag oft ausblenden. Das macht demütig und gleichzeitig sehr klar in der Haltung: Wir dürfen diese Grundlagen nicht weiter aufs Spiel setzen.

ne: Die energiepolitische Debatte ist derzeit stark von Gesetzesvorhaben wie EEG-Novelle, Netzpaket und Gebäudemodernisierungsgesetz geprägt. Gerät dadurch der Kern der Klimafrage aus dem Blick?

Neubauer: Wir vergessen gerade, worum es eigentlich geht: um die Frage, unter welchen Bedingungen wir auf diesem Planeten leben können. All die Gesetze, Technologien und wirtschaftlichen Abwägungen sind letztlich nur Reaktionen auf eine existenzielle Krise. Das ist keine politische Kür, sondern eine Notwendigkeit. Wenn wir das aus dem Blick verlieren, wird es sehr leicht, die Transformation als lästig oder verzichtbar darzustellen.

ne: Zugleich wird häufig argumentiert, die Energiewende sei vor allem eine Kostenfrage. Ist das zu kurz gedacht?

Neubauer: Absolut. Selbst wenn erneuerbare Energien wirtschaftlich unattraktiv wären – was sie nicht sind –, müssten wir sie ausbauen, um aus den fossilen Abhängigkeiten herauszukommen. Tatsächlich ist aber das Gegenteil der Fall: Erneuerbare Energien sind heute die günstigste Energieform, sie schaffen Jobs und sind weltweit auf dem Vormarsch. Mehr als 90 Prozent der globalen Zubaukapazitäten im Stromsektor sind inzwischen erneuerbar. Das ist kein ideologisches Projekt, sondern ökonomische Realität.

Lesen Sie das vollständige Interview kostenlos auf neueenergie.net: „Ein bisschen mehr Erneuerbare reicht nicht“