veröffentlicht am 17.04.2026 13:22
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Fachartikel
Wissenschaft & Forschung, Technologien

Wenn Luft Strom speichert: Chinas Antwort auf Solar- und Windspitzen

Um die fluktuierende Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen besser in den Griff zu bekommen, setzt China auf moderne Speichertechnik. Erst vor Kurzem hat das Land den weltgrößten Druckluftspeicher eingeweiht.
Großkalibrig: Druckluftspeicher der Anlage Nengchu-1 in der chinesischen Provinz Jiangsu.
© Courtesy of China Energy Engineering Group

China setzt erneut Maßstäbe: In der Provinz Jiangsu hat vor Kurzem ein gigantischer Energiespeicher den Betrieb aufgenommen. Es ist nach Angaben des Betreibers mit 600 Megawatt Leistung und 2,4 Gigawattstunden Speicherkapazität das bislang weltgrößte Druckluftspeicher-Projekt (Compressed Air Energy Storage, CAES). Und ein wichtiger Baustein für das chinesische Stromsystem, das immer mehr von Wind- und Solarspitzen geprägt wird und deshalb flexible Puffer braucht, um Spannungsschwankungen auszugleichen.

Technisch arbeitet die Anlage wie eine große wiederaufladbare Luftbatterie: Überschüssiger Strom treibt Kompressoren an, die Luft stark verdichten und in unterirdischen Kavernen speichern – in diesem Fall in Salzkavernen, wie sie auch für Erdgaslager genutzt werden. Wenn Strom gebraucht wird, strömt die Luft kontrolliert aus und treibt Turbinen an, die Elektrizität erzeugen.

Wärme wird in geschmolzenem Salz zwischengespeichert

Das Besondere an dem Projekt: Die bei der Verdichtung entstehende Wärme geht nicht verloren, sondern wird in Behältern mit geschmolzenem Salz zwischengespeichert und beim Rückverstromen genutzt. Dadurch kann das System effizienter arbeiten als bisherige CAES-Anlagen, die zur Erwärmung der kalten Expansionsluft fossile Energie einsetzen mussten.

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