Bauen, Böden, Balance: Wege aus der Klimakrise

neue energie: Herr Schellnhuber, die US-Regierung unter Donald Trump hat angekündigt, aus der Weltklimakonvention auszusteigen. Zudem will das Land die Verbindungen zum Weltklimarat IPCC kappen, ebenso zum Weltbiodiversitätsrat IPBES. Und im eigenen Land werden gerade alle Klimaschutzmaßnahmen eingestellt. Schockiert Sie das?
Hans Joachim Schellnhuber: Es ist ein tiefer Einschnitt. Die USA ziehen sich komplett aus der internationalen Zusammenarbeit zum Klimaschutz zurück. Sie sind das einzige Land, das aus der Klimarahmenkonvention austritt, die auf dem Erdgipfel von Rio de Janeiro 1992 erarbeitet wurde und der 197 Staaten angehören. Das bedeutet: Die globale Herausforderung, die menschengemachte Erderwärmung zu stoppen, muss jetzt ohne die reichste und mächtigste Nation der Welt bewältigt werden. Das ist eine extrem schlechte Nachricht – gerade jetzt, da sich die Problematik des Klimawandels zuspitzt, wie unzählige Daten belegen. Das ist, als würde man mit dem Auto auf eine Wand zurasen und dabei das Gaspedal weiter durchdrücken.
neue energie: Haben Sie damals, als das Pariser Abkommen geschlossen wurde, eine solche Entwicklung für möglich gehalten?
Schellnhuber: Damals nicht. Aber bereits kurz danach, als Trump Ende 2016 zum ersten Mal gewählt wurde. Da war eigentlich klar, dass er eine Agenda verfolgt, die uns in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg oder sogar ins 19. Jahrhundert zurückführen soll, als die Großmächte die Erde unter sich aufgeteilt hatten und es um industrielle Ausbeutung von Ressourcen ging.
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