Überhöhte Eigenkapitalrenditen bei Verteilnetzbetreibern? BNE-Analyse kritisiert zu teures Stromnetz

Verteilnetzbetreiber stehen unter Druck. Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE) wirft mehreren großen Unternehmen vor, über Jahre hinweg zweistellige Renditen auf Kosten der Stromkundschaft erzielt zu haben. Die Kritik richtet sich gegen ein System, das beträchtliche Gewinne zulässt, obwohl der Markt reguliert ist.
„Einige der größten Verteilnetzbetreiber, die rund die Hälfte aller Stromkunden beliefern, machen seit Jahren zweistellige Renditen auf Kosten von Millionen von Stromkunden“,
teilte der BNE im Juli mit. Gemeint sind damit nicht die großen Übertragungsnetze, sondern die regionalen Verteilnetze, durch die der Strom zu Haushalten und Unternehmen gelangt. Rund 850 Verteilnetzbetreiber gibt es bundesweit. Da Energienetze als sogenannte natürliche Monopole gelten, dürfen sie ihre Preise nicht frei festlegen – die Bundesnetzagentur (BNetzA) reguliert die erlaubten Erlöse. Die Behörde legt für jeweils fünf Jahre fest, wie hoch die genehmigten Gewinne ausfallen dürfen. Unternehmen, die laut Datenanalyse besonders effizient wirtschaften, dürfen höhere Erträge erzielen.
Zinsen beeinflussen Preise für Stromverbraucher
Bereits im Januar 2024 hatte die BNetzA eine neue Regelung für die Eigenkapitalverzinsung bei Neuinvestitionen angekündigt. Sie setzt sich aus einem jährlich schwankenden Basiszins (der sogenannten Umlaufrendite) und einem konstanten Wagniszuschlag von drei Prozent zusammen. Für das Jahr 2023 hätte dies laut BNetzA einen Zinssatz von rund 7,23 Prozent ergeben – inklusive Gewerbesteuer etwa 8,25 Prozent. Für Bestandsanlagen lag die Verzinsung bei 5,8 Prozent. Diese Werte sind entscheidend, denn um sie zu erreichen, dürfen Netzbetreiber ihre Preise anheben – mit direkten Folgen für alle Stromverbraucher.
Der BNE hat nun die Bilanzen von 15 der 20 größten Verteilnetzbetreiber für den Zeitraum 2019 bis 2023 analysiert. Ergebnis: Für 2023 lag die handelsrechtliche Eigenkapitalrendite im Schnitt bei mehr als 20 Prozent. Einzelne Unternehmen wie EWE Netz (50 Prozent), Pfalzwerke Netz (38 Prozent) und Westnetz (27 Prozent) erzielten weit höhere Renditen.
Wirtschaftliche Effizienz oder Finanztricks?
Der Verband sieht darin ein systemisches Problem und erhebt den Vorwurf, dass sich die Renditen nicht allein durch wirtschaftliche Effizienz erklären ließen. Vielmehr würden...
Lesen Sie den gesamten Beitrag kostenfrei auf Wer verdient wie viel im Stromnetz? – neue energie.



