veröffentlicht am 09.01.2026 13:12
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Fachartikel
Netze & Netzanschluss, Technologien

Günstiger Strom und stabileres Natz dank dynamischer Stromtarife

Dynamische Stromtarife dank Smartmeter-Technik nutzen sowohl den Endverbraucher*innen als auch dem Stromnetz. Als Nächstes sollen die Netzentgelte dynamisiert werden. Doch zunächst sind die Stromanbieter am Zug.
Ein intelligenter Stromzähler (Smart Meter) hängt an einer weißen Wand
© pexels, Akashni Weimers

Minus 25 Cent. Das war der Preis für eine Kilowattstunde am Spotmarkt am 11. Mai dieses Jahres. An der Strombörse stießen große Mengen Solarstrom auf geringe Nachfrage und unzureichende Speicherkapazitäten. Obwohl Endkunden zusätzlich zu diesem Großhandelspreis noch Netzentgelte, Steuern und Abgaben zahlen, konnten Haushalte mit einem dynamischen Strompreis an jenem Sonntag im Mai für ihre verbrauchten Kilowattstunden sogar Geld vergütet bekommen. Einige Monate zuvor gab es ein anderes Extrem: Am frühen Abend des 20. Januar lag der Börsenpreis bei 58 Cent pro Kilowattstunde (kWh) diesmal im Plus. Für Endkunden näherte sich der Preis damit fast der Ein-Euro-Marke.

Endverbraucher sparen Geld und das Netz wird entlastet

Auch wenn solche Ausschläge außergewöhnlich sind: Die Strompreise schwanken innerhalb eines Tages oft um mehr als zehn Cent pro kWh. Wer Geld sparen will, verlagert Teile seines Verbrauchs um einige Stunden in Zeiten mit niedrigen Preisen, was etwa bei Wärmepumpe oder Wallbox möglich ist. Doch dafür braucht es einen dynamischen Stromtarif, der solche Schwankungen berücksichtigt. Dabei wird der Stromverbrauch über sogenannte Smartmeter intelligente Stromzähler in Echtzeit gemessen und in 15-minütigen Intervallen abgerechnet. Diese Methode unterstützt auch die Bundesnetzagentur. Ihr Regelwerk Allgemeine Netzentgeltsystematik Strom (kurz: Agnes) will:

„Anreize schaffen, um Verbrauchs- und Einspeiseverhalten netzdienlich zu optimieren und zur Senkung der Gesamtsystemkosten beizutragen“.

Denn was Endverbrauchern bares Geld spart, dient zugleich dem Stromnetz. Teile des Stromverbrauchs werden in Zeiten mit niedrigeren Preisen und geringerer Netzlast verlagert; Lastspitzen werden gekappt. Da sich der Netzausbau an diesen Lastspitzen orientiert, entspannt sich die Versorgungslage. Zudem trägt ein besser ausgelastetes Stromnetz mit geringeren Spitzenlasten zur allgemeinen Stabilität und damit zur Versorgungssicherheit bei.

Variable Netzentgelte für steuerbare Verbrauchseinrichtungen

Wie solch ein dynamisches Modell etwa in der E-Mobilität umgesetzt werden kann, zeigt Enercity in Hannover: Der Energieversorger bietet Strom zu dynamischen Preisen an zwölf öffentlichen Schnellladestationen an. Ist gerade viel Solar- oder Windstrom verfügbar,...

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