Batteriespeicher: Aktuelles Geschäftsmodell optimiert Preise statt Netzstabilität

Woher kommen Wind- und Solarenergie, wenn keine Brise weht und keine Sonne scheint? Speichern lässt sich Strom nun mal schlecht. Das „Dunkelflauten“-Argument begleitet die Energiewende von Anfang an, und tatsächlich ließen die Speicheroptionen lange zu wünschen übrig. Das ändern moderne Batteriespeicher. Ihre Lithium-Ionen- und als preiswertere Variante zunehmend Lithium-Eisenphosphat-Batterien halten die Energie problemlos vier Stunden vor. Neue Projekte peilen sogar Speicheroptionen von zehn oder mehr Stunden an.
Selbst damit lassen sich Dunkelflauten zwar nur bedingt abpolstern, dafür wird aber ein anderes Problem gelöst: Da insbesondere Solaranlagen mittags und nachmittags reichlich Strom produzieren, fallen an den Börsen aufgrund des Überangebots die Preise – häufig sogar in den negativen Bereich. Betreiber von Solarparks zahlen also mitunter drauf, wenn sie ihren Strom mittags ins Netz einspeisen. Dieses Problem lässt sich dank BESS vermeiden: Die Battery Energy Storage Systems speichern den Strom, bis die Sonne sinkt und die Preise wieder steigen.
Batteriespeicher optimieren den Strompreis
Die Preise an den Strombörsen ändern sich alle paar Minuten. Wind- und Solarparks können aber nicht wählen, wann sie produzieren. Diese Aufgabe übernehmen Startups wie Terra One, die per künstlicher Intelligenz (KI) steuern, wann der Strom am Markt platziert wird. Zwei Terabyte an Daten fließen täglich in die Terra-One-Modelle, die den nächsten Richtungswechsel im Strompreis vorhersagen sollen.
„Das ist angewandte Wahrscheinlichkeitsrechnung“,
sagt Dennis Hager, bei Terra One zuständig für Business Development & Sales.
„Die KI erkennt Muster einfach schneller.“
Batteriespeicher optimieren den Strompreis, das ist derzeit das Geschäftsmodell. Vernachlässigt wird dabei, wie sehr der Fokus auf den optimalen Preis die Auslastung der Netze ignoriert. Technisch wäre das kein Problem: Ist das Stromnetz bis zum Anschlag ausgelastet, könnten die Batterien weiteren Strom für einige Stunden zurückhalten. Diese scheinbare Ignoranz habe weniger mit fehlendem Willen als mit fehlenden Signalen zu tun, sagt Hager.
„Wenn Netzbetreiber ein lokales dynamisches Preissignal setzen, reagieren Speicher automatisch netzentlastend – weil es sich dann lohnt.“
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