Ladeinfrastruktur in Deutschland wächst schneller als E-Auto-Bestand

Blickt man auf die Daten zum Verhältnis von Elektroautos und Schnellladepunkten, ist eindeutig eine langersehnte Besserung in Sicht: Rechnerisch teilten sich 2022 noch knapp 70 E-Autos einen Schnellladepunkt – heute sind es nur noch 44. Damit hat der Ausbau der Ladeinfrastruktur die Geschwindigkeit bei der Elektroauto-Zulassung überholt und stellt keinen Engpass mehr für die Elektromobilität in Deutschland dar. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) basierend auf der Datenplattform Open Energy Tracker, die Fortschritte bei der Energiewende abbildet.
Bundesweit sind inzwischen knapp 190.000 öffentliche Ladepunkte installiert – etwa ein Viertel davon Schnelllader. Gleichzeitig fahren rund zwei Millionen reine Elektroautos in Deutschland. Sie machen etwa vier Prozent der Gesamtflotte aus. Im Jahr 2025 hatten fast 20 Prozent der neu zugelassenen Autos einen batterieelektrischen Antrieb. Damit lag der Anteil deutlich über dem Vorjahr, als das plötzliche Ende der Elektroauto-Prämie die Nachfrage einbrechen ließ. „Die Zukunft des Straßenverkehrs ist batterieelektrisch“, sagt Studienautor Wolf-Peter Schill aus der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt im DIW Berlin. „Insgesamt kommt der Umbau der Fahrzeugflotte aber zu langsam voran.“
Mehr große E-Autos und mehr europäische Hersteller
Bei der Art der neu zugelassenen Elektroautos gibt es mittlerweile einen Wandel: Zunehmend fahren auch höhere Fahrzeugsegmente wie SUVs und Geländewagen elektrisch – sie machen etwa die Hälfte der Zulassungen aus. Diese Anteile liegen über dem Durchschnitt aller neu zugelassenen Pkw. Außerdem stammen immer mehr E-Pkw aus europäischer Produktion (80 Prozent). Tesla verliert deutlich an Marktanteilen, während chinesische Hersteller von einem niedrigen Niveau aus zulegen.
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