veröffentlicht am 22.05.2026 11:39
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Fachartikel
Finanzierung & Vermarktung, Technologien, Projektplanung

Warum sinkende Solar-Modulpreise langfristig teurer werden können

Günstige PV-Module sind verlockend – doch hinter dem Preissturz können sich Qualitätsprobleme verbergen, die Betreiber*innen teuer zu stehen kommen. Wie sich Fehlentscheidungen beim Einkauf später im Betrieb (O&M) bemerkbar machen und wie man gegensteuern kann, schildert Stefan Wippich, Geschäftsführer der SecondSol GmbH.
Fertigung von Solar-Modulen
© SecondSol GmbH

Die weltweite PV-Produktion wächst rasant – und mit ihr der Preisdruck. Noch nie waren Module günstiger, noch nie wurden sie in so hoher Geschwindigkeit gefertigt. Der Wettbewerb zwingt Hersteller dazu, immer stärker Kosten und Durchsatz zu optimieren – häufig zulasten der Qualität.

Besonders in neuen Produktionslinien oder bei Herstellern der zweiten und dritten Reihe zeigen sich deutliche Qualitätsstreuungen. Wo früher jede Nennleistung präzise verifiziert wurde, zählen heute Effizienzrekorde und Liefertermine. Das Resultat: hohe Leistungsangaben auf dem Papier – aber nicht immer im Feld.

Wenn das Typschild trügt – Overrating und andere Fehlerbilder

Messungen des Fraunhofer CSP und von SecondSol belegen, dass die reale Modulleistung bei vielen Modulen bis zu drei Prozent unter dem angegebenen Nennwert liegt. Diese scheinbar kleine Abweichung kann die Rendite einer Anlage deutlich mindern – und das, bevor sie überhaupt in Betrieb geht.

Das Ausliefern von Modulen mit einer geringeren tatsächlichen Leistung als auf dem Typenschild angegeben wird als „Overrating“ bezeichnet. Dieser Effekt bedeutet, dass der reale Ertrag geringer ist, als die Nennleistung vermuten lässt. Auf den Modul-Labels wird dies häufig mit der Angabe „Power Production Tolerance“ dargestellt – also der zulässigen Abweichung von der angegebenen Leistung. In der Praxis zeigen sich hier jedoch teils deutliche Unterschiede zwischen den angegebenen und den gemessenen Werten, was die Bedeutung unabhängiger Prüfungen unterstreicht.

Doch Overrating ist nur ein Teil der Wahrheit...

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