articles.show.publishedAt 08.10.2026 06:00
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Zukunft für E-Kerosin-Projekt in Schwedt noch ungeklärt

Die Produktion von synthetischem Kerosin auf dem Gelände der Raffinerie PCK wurde als Vorzeigeprojekt präsentiert. Nach dem Ende eines Joint Ventures bleibt aber unklar, wie es konkret weitergeht.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kamen im Mai auf das Gelände der Ölraffinerie PCK. (Archivbild)
components.creditLine.prefix Patrick Pleul/dpa

Das geplante Millionen-Projekt zur Produktion von synthethischen Flugzeugkraftstoffen auf dem Gelände der Ölraffinerie PCK soll trotz Unsicherheiten fortgeführt werden, eine konkrete Entscheidung zur Ausgestaltung steht aber noch aus. Das Energieunternehmen Sasol teilte auf Anfrage mit, es unterstütze das Projekt weiterhin. «Eine Entscheidung über die Nachfolge von Zaffra in diesem Projekt wurde noch nicht getroffen und wird zu gegebener Zeit im Kreis der Shareholder des Projektes entschieden.» 

Joint Venture gescheitert

Das Energieunternehmen Enertrag und das Gemeinschaftsunternehmen Zaffra wollten das Projekt «eSAF» im Industriepark der PCK-Raffinerie bis zum Jahr 2030 umsetzen. Angekündigt wurde die größte Anlage in Deutschland zur industriellen Produktion von E-Kerosin. Das südafrikanische Energieunternehmen Sasol und das dänische Technologieunternehmen Topsoe gaben im Juni jedoch bekannt, dass sie die geordnete Abwicklung ihres Joint Ventures Zaffra beschlossen hatten. 

Noch kurz zuvor - im Mai - hatte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bei einem Besuch in Schwedt Fördermittel von rund 350 Millionen Euro für die geplante Produktionsanlage angekündigt. Sie galt als Vorzeigeprojekt.

Aus dem Bundeswirtschaftsministerium hieß es auf Anfrage: «Das Projekt wird weiter verfolgt.» Alle Beteiligten seien in engem Austausch, die Verhandlungen liefen weiter. Der Bund begleite das Projekt, sei aber nicht direkt Teilnehmer der Verhandlungen, so eine Sprecherin in Berlin. 

Ministerin sieht positive Signale

Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) sprach am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss des Landtages von positiven Signalen. Sie sei guter Dinge, dass das Projekt fortgeführt werden solle. Bei der Bereitstellung von Flächen für das Projekt scheine eine Lösung gefunden zu sein, «die in den nächsten Wochen eingetütet» werden soll, so die Ministerin. Bislang war die Fläche auf dem Industrieareal von PCK noch nicht zur Verfügung gestellt worden. Die PCK-Gesellschafter müssen dem zustimmen.

Die PCK gehört zu 54 Prozent deutschen Töchtern des russischen Staatskonzerns Rosneft, die wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine unter Treuhandverwaltung des Bundes stehen. Auch Shell und Eni sind an der Raffinerie im Nordosten Brandenburgs beteiligt.

© dpa-infocom, dpa:261008-930-806585/1