RWE sprengt Kesselhaus eines Kohlekraftwerks

Der Energiekonzern RWE hat am Mittag das Kesselhaus eines 2017 stillgelegten Steinkohlekraftwerks in Voerde am Niederrhein gesprengt. Zur Sprengung der etwa 90 Meter hohen Industrieanlage kamen zahlreiche Schaulustige.
Gegen zwölf Uhr sei das Gebäude mit einem lauten Knall in sich zusammengesunken, sagte ein dpa-Reporter. Während der Sprengung musste auch der Schiffsverkehr auf dem Rhein vorübergehend unterbrochen werden.
RWE plant ein neues Kraftwerk - die Stadt hofft auf 150 Jobs
RWE plant an dem Standort ein wasserstofffähiges Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerk (GuD) mit einer Kapazität von rund 850 Megawatt. Ein solches Kraftwerk könnte nach den Planungen des Konzerns 2030 in Betrieb gehen. Es würde neue Jobs am Standort schaffen. Die Stadt hofft auf rund 150 neue Arbeitsplätze, wie eine Sprecherin sagte. Voraussetzung ist unter anderem der Zuschlag für eine staatliche Förderung über Ausschreibungen.
Ende 2025 war bereits ein über 180 Meter hoher Kamin an dem einstigen Kraftwerk gesprengt worden. Die Anfang der 1970er Jahre errichtete und später deutlich erweiterte Anlage hatte über viele Jahre in der Spitze mehr als 2.000 Megawatt Strom erzeugt. Mit seinem großen Kühlturm und den anfangs über 200 Meter hohen Schornsteinen war das Kraftwerk über viele Kilometer zu sehen und eine wichtige Landmarke für die ganze Region.