Kaum Regen - Was das fürs Trinkwasser im Nordwesten bedeutet

Nach der langen Trockenheit sind die Talsperren im Harz spürbar leerer als sonst. «Die Trinkwasserversorgung ist trotz der niedrigen Füllstände jedoch sichergestellt», teilte ein Sprecher der Harzwasserwerke in Hildesheim mit. Aktuell seien die Talsperren zu 45 Prozent gefüllt, üblich wären zu der Jahreszeit 67 Prozent.
Verbraucherinnen und Verbraucher könnten aber erst einmal unbesorgt sein, heißt es weiter. Denn das Trinkwasser stammt nicht allein aus den Talsperren, sondern auch aus Grundwasserwerken. Entscheidend seien deshalb das Zusammenspiel beider Quellen und eine vorausschauende Bewirtschaftung der Anlagen, nicht der Füllstand einer einzelnen Talsperre.
Was sich ändern muss - und welche Maßnahmen zur Not helfen
Der niedrige Stand hat vor allem einen Grund: In den vergangenen drei Monaten, also von Juli bis September, hat es viel zu wenig geregnet. Auch im Oktober sei bisher nur etwa die Hälfte des durchschnittlichen Niederschlags gefallen, teilten die Harzwasserwerke mit. Damit die Talsperren sich wieder füllen, müsste es vor allem in den kommenden Wintermonaten deutlich mehr regnen oder schneien.
Doch zur Not können die Talsperren gegensteuern. «Sollte es zu einer langanhaltenden Trockenheit kommen, können verschiedene Maßnahme helfen, die Trinkwasserversorgung abzusichern», teilte der Sprecher der Harzwasserwerke mit. So kann etwa die Abgabe von Wasser an die Flüsse zeitweise verringert werden. Außerdem hilft im Ernstfall das Nordharz-Verbundsystem: Neben der Oker- kann auch die Innerstetalsperre Wasser für die Trinkwasserproduktion an die Granetalsperre weiterleiten.