veröffentlicht am 11.04.2026 05:30
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Greenpeace: Angriffe auf Ölanlagen bremsen Russlands Tanker

Weniger beziehungsweise leere Tanker und viele Schiffe vor Anker - Greenpeace sieht in der Ostsee Auswirkungen ukrainischer Angriffe auf russische Infrastruktur, zumindest zeitweise.
Ukrainische Angriffe auf russische Öl-Infrastruktur wirken sich laut Greenpeace auf den Tankerverkehr in der Ostsee aus. (Symbolbild)
© Jens Büttner/dpa

Ukrainische Angriffe auf Russlands Ölindustrie haben nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation Greenpeace kurzfristig Auswirkungen auf die sogenannte russische Schattenflotte in der Ostsee gezeigt. «Für einige Tage kamen keine beladenen Tanker mehr aus Richtung Osten, und die wenigen, die unterwegs waren, fuhren größtenteils leer», teilte eine Greenpeace-Sprecherin mit.

Die Ukraine hatte in den vergangenen Wochen mit Drohnenangriffen auf Anlagen der russischen Ölindustrie mehrere Objekte in Brand gesetzt. Im Gebiet Leningrad, das an St. Petersburg (früher Leningrad) grenzt, war schon mehrfach der Hafen Primorsk Ziel ukrainischer Angriffe. Auch den russischen Öl- und Gashafen Ust-Luga an der Ostsee bei St. Petersburg hatten ukrainische Langstreckendrohnen wiederholt angegriffen.

Wieder Tanker erwartet

Wegen des wieder angelaufenen Betriebs der Häfen, der laut Greenpeace teils auch fast nie vollständig stillgestanden habe, rechnet die Organisation in den kommenden Tagen wieder mit entsprechenden Tankern in der Ostsee. «Allerdings lässt sich die genaue Frequenz noch schwer einschätzen, da unklar ist, welche Ladekapazitäten noch vorhanden sind.»

Auffällig ist demnach, dass mehr Tanker vor Anker liegen als zuvor. «Was angesichts der Situation aber nicht überraschend ist.» Die für die Ostsee zuständige Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt bestätigte die Angaben von Greenpeace nicht: «Erkenntnisse dazu liegen hier nicht vor», erklärte ein Sprecher.

Greenpeace hatte wiederholt vor den Umweltrisiken gewarnt, die nach Überzeugung der Umweltschützer von der Schattenflotte ausgehen. Mit der Schattenflotte versucht Moskau, einen von westlichen Unterstützern der Ukraine eingeführten Preisdeckel für russisches Öl zu umgehen. Dabei kommen alte und unterversicherte Tanker zum Einsatz. Der Öl-Export ist eine wichtige Einnahmequelle Russlands, das seit der Vollinvasion 2022 großflächig Krieg gegen die Ukraine führt.

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