veröffentlicht am 19.02.2026 05:00
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dpa-Meldungen

Greenpeace: Acht staatenlose Tanker in der deutschen Ostsee

Erst vorige Woche warnte Greenpeace vor den Gefahren alter Tanker, die russisches Öl über die Ostsee bringen. Jetzt legt die Organisation mit weiteren Zahlen und einem Gutachten nach.
Auch der seit über einem Jahr vor der Insel Rügen liegende Öltanker «Eventin» wird zur russischen Schattenflotte gezählt.
© Jens Büttner/dpa

Acht Tankschiffe ohne Flaggenzugehörigkeit haben nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace seit 15. Dezember vorigen Jahres deutsche Hoheitsgewässer unbehelligt durchfahren. Die staatenlosen Tanker seien in dem Zeitraum elfmal durch die deutsche Ostsee gefahren. Greenpeace warf der Bundesregierung in dem Zusammenhang Tatenlosigkeit vor. 

Es werde regelmäßig verpasst, flaggenlose Tanker der russischen Schattenflotte aufzubringen. Auch würden sie nicht an der Weiterfahrt gehindert. Dabei zeige ein neues Rechtsgutachten, das Greenpeace präsentierte, dass Behörden falsch geflaggte und damit nach Seerecht staatenlose Schiffe nach eigenem Ermessen kontrollieren, stoppen und festsetzen könnten. 

Das geltende Völkerrecht stelle den Küstenstaaten ein differenziertes, aber keineswegs wirkungsloses Instrumentarium zur Verfügung. Dessen Reichweite hänge aber stark von der jeweiligen Meereszone sowie von der Einordnung des konkreten Verhaltens ab, heißt es in der 68-seitigen Studie. 

Havarie hätte schwere Folgen für die Ostsee

Vorige Woche hatte Greenpeace eine datenbankgestützte Simulationsstudie des Helmholtz-Zentrums Hereon vorgestellt und dabei vor schwerwiegende Folgen gewarnt, sollte ein Öltanker der sogenannten russischen Schattenflotte auf seinem Kurs von Russland nach Westen in der Ostsee havarieren und Öl verlieren

Dabei wurden acht verschiedene Unfallorte entlang der Tankerroute vom russischen Ölhafen Primorsk bis zum dänischen Skagen am Ausgang der Ostsee simuliert. 

Das Helmholtz-Zentrum berechnete, wie sich 48.000 Tonnen Öl der Sorte «Ural Crude» an den unterschiedlichen Positionen über einen Zeitraum von 30 Tagen ausbreiten würden. Dazu wurden Strömungs- und Winddaten des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie genutzt. Die Simulationen sind über eine interaktive Karte abrufbar.

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