veröffentlicht am 21.08.2026 16:41
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Geringe Gas-Füllstände - Panter fordert Bund zum Handeln auf

Die deutschen Gasspeicher sind weniger gut gefüllt in den Vorjahren. Für Sachsens Wirtschaftsminister darf sich der Bund jetzt nicht nur auf Appelle beschränken.
Sachsen fordert den Bund zum Handeln auf. (Archivbild)
© Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Angesichts der niedrigen Füllstände in den deutschen Gasspeichern fordert Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter den Bund zum Handeln auf. Statt Appelle an die Marktakteure zu richten, müsse Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) darlegen, wie sie die Versorgung von Haushalten und Wirtschaft sicherstellen will, erklärte der SPD-Politiker. Als Grund für die niedrigen Füllstände werden die hohen Gaspreise in diesem Sommer genannt. 

«Deutschland darf nicht auf einen milden Winter, fallende Preise oder störungsfreie internationale Gaslieferungen hoffen. Versorgungssicherheit ist keine Frage des guten Wetters und kein Spiel auf Zeit», so Panter.

Nationale Gasreserve einrichten

Außerdem müsse mehr Tempo gemacht werden bei der Einrichtung einer nationalen Gasreserve. Sie solle in Krisenzeiten genutzt werden, wenn der reguläre Gasmarkt kurzfristig überfordert sei.

Die deutschen Gasspeicher sind derzeit zu rund 50 Prozent gefüllt. Das ist deutlich weniger als in den Vorjahren. Eine Sprecherin von Reiches Ministerium hatte eingeräumt, dass die Speicher momentan «sehr gering» gefüllt seien und die Gashändler zum Einspeichern aufgefordert. Eine Gasmangellage sei aber nicht zu erwarten.

Auch die VNG-Speicher sind leerer als 2025

Auch in den Speichern des Leipziger Energiekonzerns VNG ist aktuell deutlich weniger Gas als im vorigen Jahr. Der Storage Hub, bestehend aus den Speichern Bernburg, Bad Lauchstädt und Katharina, sei zu 54,5 Prozent gefüllt, teilte Unternehmenssprecherin Melanie Hensel mit. Am 21. August vorigen Jahres habe der Füllstand bei 83,8 Prozent gelegen. Der Speicher Etzel sei zu 55,6 Prozent gefüllt (2025: 92,5 Prozent).

Grundsätzlich sei ausreichend Gas verfügbar, aber die Preise seien zu hoch, erläuterte Hensel. «Normalerweise kaufen Händler Gas im Sommer günstig ein, speichern es und verkaufen beziehungsweise nutzen es im Winter zur Abfederung von Preis- oder Lastspitzen. Aktuell sind die Sommerpreise jedoch ungewöhnlich hoch im Vergleich zu den Preisen, die der Markt im Winter erwartet. Dadurch fehlt vielen Marktteilnehmern der wirtschaftliche Anreiz, Gas jetzt einzuspeichern.»

VNG: Versorgung der Kunden ist gewährleistet

Der Konflikt um die Straße von Hormus habe die Preise hochgetrieben. Es fehlten Lieferungen aus Katar, gleichzeitig würden viele LNG-Lieferungen nach Asien umgeleitet.

VNG geht laut Hensel davon aus, dass die Versorgung der Kunden - zum Beispiel Stadtwerke - gesichert ist. Speicherfüllstände allein entschieden nicht über die Versorgungssicherheit. Es sei ein Mix aus Speicherung, Importen, Beschaffung aus unterschiedlichen Quellen und Witterung.

Der Dresdner Versorger Sachsenenergie erwartet keine Preisrisiken für seine Fernwärme- und Gas-Haushaltskunden im kommenden Winter. Das liege daran, dass das Unternehmen die benötigten Mengen an Erdgas bis zu drei Jahre im Voraus kaufe, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. Der Gasbedarf für den Winter 2026/27 sei nahezu vollständig gesichert. «Für unsere treuen Haushaltskunden besteht aktuell kein Risiko. Die Gaspreise bleiben diesen Winter stabil», erklärte Vorstandschef Frank Brinkmann.

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