FDP fordert Aufklärung über Ursache des Stromausfalls

Nach dem zwischenzeitigen Stromausfall mit 40.000 Betroffenen in Teilen Schleswig-Holsteins fordert die FDP einen Bericht im Umwelt- und Agrarausschuss des Landtags. «Der großflächige Stromausfall an der Westküste ist besorgniserregend, was das Ausmaß und die Schäden angeht», sagte FDP-Fraktionschef Christopher Vogt. Es habe sich dabei offenbar um den größten Stromausfall im Norden seit Jahren gehandelt.
«Unser Stromnetz ist als zentrale kritische Infrastruktur durch die Energiewende sehr komplex geworden und ein potenzielles Ziel für Sabotageakte», sagte Vogt. Deshalb müssten alle Seiten den Vorfall ernst nehmen. «Wir erwarten jetzt vom Netzbetreiber und von der Landesregierung eine schnelle und transparente Aufklärung, was die Ursache angeht. Es braucht zudem eine schnelle Erfassung und Beseitigung der verursachten Schäden, die offenbar erheblich sind.»
Defektes Leiterseil als Ursache?
Von der Störung im Stromnetz waren am Sonntag die Kreise Nordfriesland, Dithmarschen, Steinburg, Schleswig-Flensburg und Rendsburg-Eckernförde betroffen. Nach Angaben des Energiedienstleisters SH Netz war die Störung von einem Fehler im 110.000-Volt-Hochspannungsnetz ausgelöst worden, in der Folge hätten sich mehrere Umspannwerke abgeschaltet. Nach gut zwei Stunden kam am Sonntag die Entwarnung, alle Umspannwerke waren wieder am Netz.
SH Netz nannte als mögliche Ursache ein defektes Leiterseil an einem Strommast im Raum Itzehoe. Ein derartig beschädigtes Leiterseil könne die Ursache für einen Kurzschluss im Netz und die damit verbundene Überspannung sein. Aktuell würden rund 10.000 automatisiert von den Netzüberwachungssystemen erstellte Meldungen auf Unregelmäßigkeiten und Hinweise überprüft. Bis weitere Ergebnisse feststehen, wird es nach Angaben des Unternehmens vermutlich noch einige Zeit dauern. Es gebe derzeit keinen Hinweis auf ein Fremdverschulden.
Infolge der Überspannung kam es unter anderem im Umspannwerk Friedrichstadt zu einem Feuer an einem Überspannungsableiter. Auch im Umspannwerk in Linden (Kreis Dithmarschen) gab es laut Polizei einen Schmorbrand mit Rauchentwicklung an einer Mittelspannungsanlage.
Außerdem geriet in einem Reetdachhaus in Bunsoh (Kreis Dithmarschen) ein Stromkasten in Brand. Das Feuer griff auf das gesamte Haus über. Dies stand nach früheren Angaben der Polizei ebenfalls im Kontext der Stromschwankungen. Menschen seien nicht verletzt worden, allerdings hätten die Flammen einen Schaden von rund 500.000 Euro verursacht.